Armut gibt es auch in reichen Ländern wie Deutschland. Jedes fünfte Kind hierzulande ist von Armut bedroht. Besonders gefährdet sind Kinder, deren Eltern arbeitslos sind, Familien, in denen es viele Kinder gibt, sowie Alleinerziehende und Migranten. Das Deutsche Kinderhilfswerk bietet diesen Kindern und Familien Hilfe an.

Für viele Familien stellt schon der Kauf eines Schulranzens ein großes finanzielles Problem dar. Denn ein gut ausgestatteter Ranzen kostet etwa 150 Euro – für Arbeitslose oder Alleinerziehende ist das nicht nebenbei zu bezahlen, und der staatliche Zuschuss ist zu knapp bemessen. Dabei ist gerade für Kinder aus Familien, die von Armut betroffen sind, eine fundierte Bildung wichtig. Denn ein Schulabschluss und eine gute Ausbildung sind der zentrale Weg aus der Armut.

Das Deutsche Kinderhilfswerk verteilt seit 2005 jährlich zwischen 1.000 und 2.000 Schulranzen an bedürftige Kinder. Neben Stiften, Schulheften und einem Sportbeutel finden die Erstklässler darin auch ein kleines Geschenk wie ein Lesebuch oder ein Kuscheltier.

GLEICHBERECHTIGTEN BILDUNGSSTART FÖRDERN

Dabei verbindet die Organisation die Übergabe oft mit der Werbung für Bildungsangebote. In Salzgitter zum Beispiel wurden die Schulranzen in der Stadtbibliothek überreicht. Kombiniert wurde das mit einer Rallye, bei der die Eltern und Kinder nicht nur die Bücherei, sondern auch Anlaufstellen für Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfeunterricht kennenlernten. Außerdem gab es mit dem Schulranzen einen Bibliotheksausweis für das Kind.

Finanziert wird die Aktion aus dem Kindernothilfefonds des Deutschen Kinderhilfswerks. Aus ihm können auch Zuschüsse für Kinderbetten, Bekleidung, Nachhilfe, Musikunterricht oder Vereinsbeiträge für Sportvereine bezahlt werden. Denn die Hartz-IV-Sätze für Kinder reichen dafür nicht aus.

KINDER AN GESUNDE ERNÄHRUNG HERANFÜHREN

Viele Eltern haben nicht genügend Geld, um ihren Kindern täglich eine warme Mahlzeit bieten zu können. Das Deutsche Kinderhilfswerk berät Eltern dabei, wie sie ein gesundes Essen für wenig Geld zubereiten können. Insbesondere fördert die Organisation Projekte, in denen die Kinder und Jugendlichen selbst kochen lernen – oft kombiniert mit einem Gartenprojekt, in dem die Kinder beobachten können, wie Obst und Gemüse wachsen und heranreifen.

So werden die Kinder nicht nur satt, sondern lernen auch den Naturkreislauf kennen Viele von ihnen haben vorher noch nie in einem Gemüsegarten oder auf einem Getreidefeld gestanden In Zeiten von Fertiggerichten und dem gerade in armen Familien verbreiteten Problem von Übergewicht fehlen Eltern und Kindern oft die Grundlagen für eine gesunde Ernährung.

MACHEN WIR DEUTSCHLAND ZU EINEM ORT FÜR KINDER!

„Armut ist viel mehr, als nur kein Geld zu haben“, sagt Claudia Keul von der Stabstelle Kindernothilfe und Förderungen beim Deutschen Kinderhilfswerk „Armut betrifft die unterschiedlichsten Lebensbereiche Arme Kinder ernähren sich ungesünder, sie haben im Winter keine warme Bekleidung, die Schulausstattung ist meist mangelhaft und in den Ferien können sie nicht verreisen.“ Um Letzteres zu ändern, hat das Deutsche Kinderhilfswerk die Aktion „Ferienspaß für alle Kinder“ ins Leben gerufen Hierbei werden Kinder gefördert, die teilweise noch nie im Leben in Urlaub waren, weil ihre Eltern – oder die alleinerziehende Mutter – eine Reise einfach nicht bezahlen können Dabei ist eine Ferienfahrt gerade für Kinder aus schwierigen Verhältnissen wichtig: Denn unterwegs können sie die bedrückende Situation zu Hause mal hinter sich lassen Für sie ist ein Zeltlager oder eine vergleichbare Reise ein Erlebnis, von dem sie noch lange sprechen.

In Frankfurt (Oder), einer der Kommunen in Deutschland mit der höchsten Kinderarmut, unterstützt das Deutsche Kinderhilfswerk seit fünf Jahren ein Piratencamp, an dem schon mehr als 500 Kinder teilnehmen konnten.

So hilft das Deutsche Kinderhilfswerk dabei, Deutschland zu einem Ort für Kinder zu machen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

 

– Deutsches Kinderhilfswerk