Die Graf Recke Stiftung ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Gewalterfahrungen – zum Beispiel mit der Wohngruppe Talamod.

In der therapeutisch-pädagogischen Wohngruppe Talamod im nordrheinwestfälischen Hilden leben sieben Kinder und Jugendliche. Sie alle kommen aus Familien, in denen sie körperliche oder sexuelle Übergriffe erfahren haben. Für die Betreuung und Therapie sind sieben Mitarbeitende im Einsatz, die sich behutsam an die schwierigen Themen in der Biografie der Kinder heranarbeiten. Dabei ist das Leben in der Wohngruppe bewusst auf Kontinuität ausgerichtet. Die Kinder können, wenn sie möchten, bis zu ihrem 18. Lebensjahr in der Gruppe leben.

Neben verschiedenen Therapien zur Bearbeitung der erlittenen Traumatisierungen werden den Kindern individuelle Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht. Fußball, Reiten oder auch die musikalische Förderung dienen dazu, die Kinder zu stärken und zu stabilisieren, damit sie später als Erwachsene selbstständig durch das Leben gehen können.

OPFERN UND STRAFFÄLLIGEN HELFEN

Wie wichtig diese pädagogische und therapeutische Arbeit ist, zeigt ein Blick in die polizeiliche Kriminalstatistik. Im Jahr 2017 waren in Deutschland unter den Opfern schwerer Straftaten wie Mord, Körperverletzung, sexuellem Missbrauch oder Raub 24,2 Prozent jünger als 21 Jahre. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung lag der Anteil mit fast 46 Prozent noch deutlich höher.

Talamod ist nur eins von vielen Angeboten der Graf Recke Stiftung für Jugendliche mit Gewalterfahrungen. Andere Projekte richten sich an Minderjährige, die selbst schon in frühen Jahren zu Tätern wurden. Unter anderem begleitet die Graf Recke Stiftung Jugendliche, die sexuell grenzverletzendes Verhalten gezeigt haben. Auch für sie gibt es eine spezielle sozialtherapeutische Wohngruppe, in der sie – unter pädagogischer Begleitung und strenger Kontrolle – ihr Verhalten reflektieren und gleichzeitig neue, auch berufliche, Perspektiven entwickeln können.

 

– Graf Recke Stiftung