Die Graf Recke Stiftung ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Gewalterfahrungen – zum Beispiel mit der therapeutisch-pädagogischen Wohngruppe Talamod im nordrhein- westfälischen Hilden.

Dort leben sieben Kinder und Jugendliche. Sie haben Erfahrungen machen müssen, die man sich für kein Kind wünscht. In ihren Familien gab es oft über lange Jahre hinweg schwere körperliche Gewalt oder sexuelle Übergriffe. Diesen Kindern gibt die Graf Recke Stiftung eine Zuflucht, in der sie sich geborgen und sicher fühlen. Erst wenn diese Sicherheit vorhanden ist, können sich die sieben Mitarbeitenden in der Wohngruppe behutsam an die schwierigen Themen in der Biografie der Kinder heranarbeiten, um sie zu heilen.

SICHERHEIT BRAUCHT ZEIT UND GEDULD

Damit das gelingt, ist das Leben in der Wohngruppe bewusst auf Kontinuität ausgerichtet. Die Kinder können, wenn sie möchten, bis zu ihrem 18. Lebensjahr in der Gruppe leben. Diese langfristige Perspektive gibt die nötige Sicherheit. Spürbar wird das immer wieder in den Schulen. Denn dort verbessern sich die Leistungen der Kinder kontinuierlich.

Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigt ein Blick in die Polizeiliche Kriminalstatistik. Im Jahr 2018 waren in Deutschland unter den Opfern schwerer Straftaten wie Mord, Körperverletzung, sexuellem Missbrauch oder Raub 24,1 Prozent jünger als 21 Jahre. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung lag der Anteil mit über 46 Prozent sogar deutlich höher.

Talamod ist nur eins von vielen Angeboten der Graf Recke Stiftung. Andere Projekte richten sich zum Beispiel an Minderjährige, die selbst schon in frühen Jahren zu Tätern wurden und in einer speziellen sozialtherapeutischen Wohngruppe ihr Verhalten reflektieren und gleichzeitig neue, auch berufliche, Perspektiven entwickeln können.

Darüber hinaus begleitet die Stiftung Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende mit geistigen Behinderungen, Autismus-Spektrum-Störungen sowie Mehrfachbehinderungen und bietet hierfür spezielle, teilweise tiergestützte, Therapien an.

 

– Graf Recke Stiftung