87 Prozent aller Deutschen möchten in einer inklusiven Gesellschaft leben und finden das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung wichtig. In der Realität sind wir davon allerdings noch weit entfernt. Die Aktion Mensch möchte als zentraler Impulsgeber die Entwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft vorantreiben.

Beispielhaft hierfür ist der Kölner Integrationsbetrieb „Wo ist Tom?“. In dem Café, das die Lebenshilfe im Jahr 2013 in Sülz gründete, ist zur Mittagszeit die Hölle los. Hier finden Menschen mit Einschränkungen – Lernbehinderungen, Langzeitdepressionen oder psychischen Erkrankungen – eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt. Sie werden nach dem Tarif des Hotel- und Gaststättenverbands bezahlt.

VON DER WERKSTATT INS CAFÉ

Menschen wie Achim Schuster. Mit Schwung öffnet der 23-Jährige zu Beginn seiner Nachmittagsschicht die Tür, begrüßt seine Kolleginnen mit einer Umarmung und macht sich dann sofort hinter der Theke an die Arbeit, schäumt gekonnt Milch für zwei Cappuccino auf, die er einem Pärchen serviert.

Seit zwei Jahren ist Achim Teil des Teams. “In Festanstellung. Für mich ist die Arbeit im Café ein großes Glück. Der Job ist anstrengender als mein alter, aber auch viel schöner.“ Sein alter Job war die Mitarbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Wegen einer leichten Lernbehinderung kam Achim bereits als Sechsjähriger auf eine Förderschule. Sein Weg schien vorgezeichnet.

Doch Achim wollte sich damit nicht zufriedengeben. Er fühlte sich nicht ausgelastet, zu wenig gefordert und bewarb sich um einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. Für die Stelle im „Wo ist Tom?“ musste er sich wie alle anderen Interessenten zunächst in einem Praktikum beweisen – erfolgreich.

Mit seiner herzlichen Art und seinem Ehrgeiz konnte er sich gegen fünf Mitbewerber durchsetzen. Neben Achim arbeiten noch vier weitere Festangestellte mit Behinderung im 20-köpfigen Team des Cafés. „Bei der Einstellung achte ich darauf, dass sie weitgehend selbstständig arbeiten können und gut mit den Kollegen harmonieren, um die Abläufe im Café nicht zu gefährden“, sagt Igor Buljovcic, Leiter des Cafés. Viele Gäste merken offenbar gar nicht, dass sie in einem inklusiven Betrieb sind. „Sie kommen wegen des Essens, und weil ihnen die Atmosphäre gefällt“, sagt Buljovcic. Viele Gäste merken offenbar gar nicht, dass sie in einem inklusiven Betrieb sind. „Sie kommen wegen des Essens, und weil ihnen die Atmosphäre gefällt“, sagt Buljovcic.

Als Chef müsse er viel Zeit in die Einarbeitung von neuen Mitarbeitern mit Einschränkung investieren. „Aber es lohnt sich. Ich merke, wie Achim und die anderen mit ihrer Aufgabe wachsen und mehr Selbstbewusstsein bekommen. Am Ende habe ich das, was ich brauche: ein tolles Team, auf das ich mich verlassen kann.“

Die Aktion Mensch hat das inklusive Café „Wo ist Tom?“ des Vereins „Köln bewegt“ mit rund 4.500 Euro gefördert. Darüber hinaus engagiert sich die Soziallotterie vor allem in fünf Bereichen: Arbeit, Bildung, Wohnen, Freizeit und Mobilität. In jedem dieser Felder setzt sie sich mit Förderangeboten und Aufklärungsmaßnahmen für mehr Inklusion ein. Alle Maßnahmen dienen dem Ziel, das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

 

– Aktion Mensch