Der Klimawandel und der dadurch ausbleibende Regen bedrohen in Somalia das Leben von Millionen Menschen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt die besonders Betroffenen mit humanitärer Nothilfe und nachhaltiger Unterstützung.

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten und instabilsten Ländern der Welt. Seit mehreren Jahren leidet die somalische Bevölkerung unter der andauernden Trockenheit. Wie viele andere kämpft auch Aminas Familie jeden Tag ums Überleben: „Die Dürre hat uns schwer getroffen, es fehlt uns an Essen“, sagt die 40-Jährige.

363.000 Kinder waren Mitte des Jahres 2017 in Somalia akut von Hunger bedroht. 6,2 Millionen Menschen benötigten Grundlegendes wie Trinkwasser, Nahrungsmittel und Spezialnahrung für stark unterernährte Kinder. Es wird erwartet, dass auch im Jahr 2018 in der Region Somaliland Nahrungsmittel knapp bleiben werden und die Menschen weiterhin auf humanitäre Nothilfe angewiesen sein werden.

Gemeinsam mit dem Somalischen Roten Halbmond setzt das DRK mobile Gesundheitsdienste ein: Ärzte, Krankenschwestern und Ernährungsexperten fahren in die Gemeinden und behandeln die Menschen, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Zu dem integrierten Projekt gehören neben den mobilen Kliniken und Hygieneschulungen auch ein Ernährungsprogramm: Kinder unter fünf Jahren werden auf ihren Ernährungsstand getestet und gegebenenfalls unterstützt.

HILFE ZUR SELBSTHILFE

Das DRK legt zudem einen Schwerpunkt auf Bargeldhilfen, die sogenannten Cash Transfers. Auch Aminas Familie erhält diese Unterstützung: „Dank der Bargeldhilfe können wir zwei Mahlzeiten pro Tag essen.“

„Für Cash Transfers benötigen wir weniger Logistik. Das spart Kosten. Wir können so mehr Menschen helfen“, erklärt Katharina Lahr, DRK-Länderreferentin für Ostafrika. „Jeder Mensch weiß selbst am besten, was er für sich und seine Angehörigen benötigt. Da die lokalen Märkte wichtige Grundnahrungsmittel weiterhin anbieten, ist diese Art von Hilfe möglich. Durch die Cash Transfers stärken wir die Selbstbestimmtheit der Familien und zugleich die lokale Wirtschaft.“

LANGFRISTIGE PROGRAMME

In ausgewählten Gemeinden, die besonders von extremen Wettereignissen betroffen sind, fördert und festigt das DRK zudem Strukturen zur Selbstorganisation: Notfallpläne, Frühwarnsysteme, weniger wetteranfällige Einkommensquellen sowie Kleinkredite für Unternehmer gehören zu den Maßnahmen, damit Gemeinden Katastrophenfälle und die Folgen des Klimawandels besser bewältigen können. Die Hilfsmaßnahmen werden genau protokolliert, sodass sich der Erfolg leicht feststellen lässt. Geldauflagen helfen betroffenen Menschen, sich in akuten Notsituationen vor Unterernährung zu schützen und langfristig die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern.

 

– Deutsches Rotes Kreuz