Gewalt gegen Kinder ist weltweit ein Phänomen unglaublichen Ausmaßes. Mehr als eine Milliarde Kinder erleben jährlich Gewalt. Angefangen bei der Züchtigung zu Hause über Ausbeutung, Sklaverei und sexuellen Missbrauch bis hin zu massiver Gewalt in bewaffneten Konflikten. Das muss ein Ende haben. Dafür setzt sich World Vision mit der neuen internationalen Kampagne ein: „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden.“

Kinder, die Gewalt erleben, leiden nicht nur in diesem Moment. Das Erlebte beeinflusst ihre Gesundheit, ihre Zukunft und damit ihr gesamtes weiteres Leben. World Vision hat sich als Kinderhilfswerk verpflichtet, alles dafür zu tun, dass die Gewalt gegen Kinder ein Ende hat.

IM KRIEG ESKALIERT DIE GEWALT

Bei schweren bewaffneten Konflikten sind Kinder häufig extremer Gewalt ausgesetzt. Sie werden verletzt, verstümmelt und getötet, werden missbraucht, entführt und als Kindersoldaten benutzt. Das Grauen des Krieges lastet schwer auf diesen Mädchen und Jungen. Darüber hinaus verlieren sie den Zugang zu Bildung und lebensnotwendiger humanitärer Versorgung. Rund 245 Millionen Kinder leben zurzeit in Konfliktgebieten, alleine im Syrienkrieg wurden mehr als 18.000 Kinder getötet. Im Südsudan rekrutierten die Konfliktparteien 17.000 Kinder als Soldaten. Auch die Zahl der Kinder, die aus Kriegsgebieten fliehen mussten, ist dramatisch gestiegen – viele sind schutzlos und völlig auf sich allein gestellt.

PROJEKTE FÜR KINDERSCHUTZ UND BILDUNG

World Vision Deutschland hilft besonders bedürftigen Kindern in Konfliktgebieten, die aufgrund fehlender Strukturen nur wenig oder keine Unterstützung bekommen. So steht das Kinderhilfswerk den Kindern und ihren Familien vor Ort bei und versorgt sie mit lebenswichtigem Wasser, Nahrung, sanitären Anlagen und Alltagsgütern. Darüber hinaus unterhält World Vision in vielen Konfliktregionen Kinderschutz- und Bildungsprojekte, damit die Mädchen und Jungen in einem geschützten Raum unbeschwert lernen und spielen können, um wieder neue, gute Erfahrungen zu machen. Es ist das erklärte Ziel, das Wohlbefinden und die Widerstandsfähigkeit der Kinder zu stärken.

LERNANGEBOTE IM FLÜCHTLINGSLAGER

Im riesigen Azraq-Flüchtlingslager in Jordanien ist World Vision beispielsweise aktiv, um die Kleinsten zu unterstützen. Das neue Zentrum für frühkindliche Entwicklung umfasst sechs Klassenräume und einen überdachten Spielplatz – ein Umfeld, in dem Kinder wieder oder sogar zum ersten Mal Kind sein dürfen und auf den Schulbesuch vorbereitet werden. Insgesamt haben in Jordanien schon über 10.000 Kinder die World-Vision-Angebote zum Spielen und Lernen angenommen.

ERLEBNISSE MIT KUNST VERARBEITEN

Das Bidibidi-Flüchtlingscamp in Uganda hält einen traurigen Rekord: Es ist das weltweit größte Auffanglager für geflüchtete Menschen. Der anhaltende Bürgerkrieg im Südsudan zwingt viele, das Land zu verlassen. So floh auch der zwölfjährige John, als der Krieg sein Dorf erreichte. Jetzt lebt er ganz allein im Bidibidi-Camp, weil er im Chaos der Kämpfe seine Eltern und seine drei Geschwister verlor. „Ich lief um mein Leben“, erzählt John. „Kinder wurden verletzt und bluteten. Ich konnte nicht mitzählen, so viele wurden geschlachtet. Manchmal erscheinen sie in meinen Träumen.“

Das Projekt „Kunst im Flüchtlingscamp“ gibt Kindern wie John eine Stimme und die Möglichkeit, ihre furchtbaren Erlebnisse auszudrücken. Auch wenn John um seine Familie trauert, so hat doch die Kunst Farbe und Hoffnung in sein Leben gebracht und hilft ihm, diese schwierige Zeit durchzustehen.

Bei allem, was World Vision tut, ist eines ganz wichtig: Auch wenn Kinder sehr verletzlich sind, haben sie eine eigene Meinung und Ideen. Sie sind handlungsfähig, haben Ängste und Wünsche. Deshalb müssen Kinder, die Gewalt erlebt und möglicherweise eine dramatische Flucht hinter sich haben, gehört und ernst genommen werden, wenn es um Maßnahmen geht, die sie betreffen. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungen auf allen Ebenen ist eine wichtige Voraussetzung für den Frieden auf der Welt.

 

– World Vision