Auch wenn die Schulen inzwischen vorsichtig den Regelbetrieb wieder aufgenommen haben, wird dem E-Learning künftig eine größere Rolle zukommen. Doch Kindern aus armen oder bildungsfernen Familien fehlt es oftmals an einem Computer und Internetzugang für das Lernen zu Hause. Auch haben die Familien die finanziellen Mittel nicht, um etwa durch Nachhilfe Versäumtes aufzuholen. Das Deutsche Kinderhilfswerk setzt sich für diese Kinder und ihre Familien ein.

Schon vor Monaten hat das Deutsche Kinderhilfswerk davor gewarnt, dass arme Familien besonders hart von der Coronakrise betroffen sein würden – und dass ihre Zahl zunehmen dürfte. Inzwischen gibt es darüber Gewissheit: Laut Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Bundesagentur für Arbeit vom Juli 2020 hat sich die Zahl der Erwerbslosen seit März 2020 deutlich erhöht. Das gilt noch mehr für die Bezieher von Sozialleistungen. Im Juli 2020 haben knapp 5,1 Millionen erwerbsfähige Menschen Lohnersatzleistungen oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts erhalten. Das sind 526.000 mehr als vor einem Jahr.

BENACHTEILIGTE KINDER BRAUCHEN JETZT HILFE

Damit sind in Folge der Pandemie zusätzlich mehrere Hunderttausend Familien von Armut bedroht. Sie haben oft nicht die notwendige technische Ausstattung, damit ihre Kinder am digitalen Lernen teilhaben können. Und es fehlen die finanziellen Mittel, um zum Beispiel durch gezielte Nachhilfe den versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen. Der Abstand zwischen reichen und armen Kindern wird so immer größer.

Diese Familien sind jetzt ganz besonders auf Hilfe angewiesen. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat deshalb Nothilfe-Pakete geschnürt, die schnell und unbürokratisch Hilfe leisten, wo sie nötig ist. Zum Beispiel im brandenburgischen Jüterbog. Dort unterstützt die Flüchtlingshilfe seit fünf Jahren Familien aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern. Einige Familien wohnen bis heute in einem Flüchtlingsheim, in dem es bisher weder Computer noch Drucker für die Schulkinder gab.

NOTHILFE-PAKETE HELFEN WEITER

Dank des Deutschen Kinderhilfswerks und seiner „Homeschooling“-Nothilfe-Pakete haben die Kinder jetzt Computer, Drucker, Papier sowie Schreibmaterialien und können am E-Learning teilnehmen. Ähnliche Projekte unterstützt das Deutsche Kinderhilfswerk in vielen anderen Bundesländern. Dazu gehört auch das kostenlose Online-Angebot „KinderKultur online!“, das pädagogische, künstlerische und interaktive Elemente mit Gesprächs-, Beratungs- und Nachhilfeangeboten verbindet. Armutsbetroffene Familien, die dieses Angebot nutzen, können sich häufig die Bastelmaterialien nicht leisten, um an den Aktionen teilzunehmen. Auch hier hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Lern- und Spielpaketen. Um weitere Projekte wie diese umzusetzen und zu verhindern, dass Kinder aus armen oder aus bildungsfernen Familien durch die Coronakrise noch weiter abgehängt werden, ist das Deutsche Kinderhilfswerk auf Spenden und Geldauflagen angewiesen.

 

– Deutsches Kinderhilfswerk e. V,