Um die gesamte Familie während der Corona-Pandemie zu begleiten, war im Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich Kreativität gefragt. Die neue Geschwisterinsel, die sich komplett aus Spenden finanziert, erwies sich hier als eine großartige räumliche Ergänzung.

Seit über sechs Jahren begleitet das Kinder- und Jugendhospiz in Wilhelmshaven unheilbar erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Hierbei arbeitet das Team nach einem familienzentrierten Ansatz und hat auch die Geschwister stets im Blick.

Während der Corona-Pandemie hat sich die Geschwisterbegleitung stark verändert. Über mehrere Wochen wurde das erkrankte Kind oft allein aufgenommen oder es kam mit einem Elternteil, während das andere in dieser Zeit bei den Geschwistern geblieben ist. Im Austausch mit einer Mutter hatte sich ein besonderes Angebot entwickelt: Mitarbeiter*innen aus dem pädagogischen Team nahmen Kontakt per Videochattelefonie mit den daheimgebliebenen Geschwistern auf – als Mittel gegen Heimweh. Im Rahmen der Umsetzung wurde schnell festgestellt, dass dieses Angebot eine gute Ergänzung zur Geschwisterzeit ist. „Wir konnten so mit Kindern, die uns schon kannten, in Kontakt treten – insbesondere im Bereich der Einzelbegleitung“, so Erzieherin Kerstin Wegener. „Wir haben gemeinsam gebastelt, gespielt oder einfach geredet.“

Im Rahmen der Lockerungen der Pandemie konnte die Geschwisterinsel dann endlich von den Kindern „erobert“ werden. Diese räumliche Erweiterung erwies sich als großes Geschenk. „Wir müssen weiterhin sehr auf die Abstände achten“, sagt Hospizleitung Sandra Ecke. „Da viele Kinder mit ein oder zwei Geschwistern anreisen, ist das im Haus oft nur schwer möglich.“ Daher habe sich die Geschwisterinsel binnen kürzester Zeit bewährt.

An Regentagen kamen teilweise auch Eltern mit in die neuen Räumlichkeiten, haben an der „Märchenhaften Erzählzeit“ teilgenommen oder im überdachten Außenbereich gemeinsam mit ihren Kindern gekickert. Auch die schulische Begleitung und die Geschwisterzeit mit Ehrenamtlichen findet hier regelmäßig statt. Sandra Ecke: „Hier wurde wirklich schon jeder Quadratmeter genutzt!“

Den jungen Hospizgästen und ihren Zugehörigen entstehen für den Aufenthalt keine Kosten: 95 Prozent der Kosten für das erkrankte Kind übernehmen die Kostenträger. Die restlichen fünf Prozent aus Spenden  aufzubringen, hat sich ein Förderverein zur Aufgabe gemacht. Die Kosten für Aufenthalt, Unterbringung und Begleitung der Zugehörigen muss die mission: lebenshaus gGmbH als Träger komplett über Spenden finanzieren – hierzu gehört auch die pädagogische Begleitung in der Geschwisterinsel.

 

– mission:lebenshaus gGmbH